Die Vor- und Nachteile von Rollendruck und Bogendruck

Nach wie vor ist Papier ein unverzichtbarer Rohstoff für die Print- und Werbebranche. Egal ob es um Plakate, Visitenkarten oder mehrseitige Bücher geht, ohne Papier läuft heute immer noch nichts. Doch so vielfältig die Papierprodukte sind, so unterschiedlich sind auch die heutigen Druckverfahren, mit denen sich der Rohstoff farbig oder schwarz weiß bedrucken lässt.

Der Bogendruck

Rollendruck Druckprozess

Rollendruck und Bogendruck sind unterschiedliche Drucktechniken (c) iStock.com / richterfoto

Beim Bogendruck oder auch Bogenoffsetdruck werden einzelne Papierbögen nacheinander durch das Druck- und Farbwerk geleitet. Der Vorteil dieser Druckmethode ist, dass die Druckbögen in der Länge und Breite variieren können und somit sehr große oder auch kleinere Papierprodukte hergestellt und bedruckt werden können. Je nachdem in welcher Größe der Bogen vorliegt, kann die Größe der Druckmaschine abweichen, sodass es durchaus platzsparende Maschinen auf dem Markt gibt, die problemlos in einem Copy-Shop Platz finden.

Ein weiterer Vorzug des Bogendruckes ist, dass die Verwendung und Anschaffung nur an geringen Investitionen geknüpft ist, denn man braucht weder viel Personal für die Bedienung noch hat man viel Bogenverschnitt, dadurch, dass sich die Maschine genau auf die Bogengrößen ausrichten lässt.

 

Allerdings hat der Bogendruck auch einige Nachteile:

  • Wenn man beispielsweise ein Medium zweiseitig bedrucken möchte, muss man den Bogen zwei Mal durch das Druckwerk leiten und dies ergibt einen erheblich höheren Zeitaufwand, als das bei dem Rollendruck der Fall ist.
  • Außerdem sind die Kosten für die einzelnen Bögen bis zu 25% höher, als bei anderen Druckverfahren.
  • In der Regel möchte man das gedruckte Produkt noch weiterverarbeiten, als eventuell falzen oder zuschneiden. Dies muss in einem separaten Arbeitsschritt getan werden, sodass auch hier ein größerer Arbeitsaufwand entsteht.

Eine detaillierte Auskunft zum Verfahren findet ihr auf der Info zu Bogendruck bei Neef + Stumme. Hier wird der Anwendungsbereich vom Bogenoffsetdruck – vor allem für hochwertige Magazine und Zeitschriften im Corporate Publishing – noch mal ausführlich definiert und beschrieben.

Der Rollendruck

Der Rollendruck oder auch Rollenoffsetdruck genannt, findet heute in vielen Druckereien seinen Einsatzbereich, da mit diesem Druckverfahren schnell und viel auf einmal gedruckt werden kann.

Hier befindet sich das Rohmaterial Papier als Bahn auf einer Rolle aufgerollt. Diese Rollen werden in die Druckmaschine eingehängt und die Papierbahnen werden maschinell durch die Farbtürme geführt. Vorteilhaft hierbei ist, dass ein beidseitiger Druck überhaupt kein Problem darstellt und durch das regelmäßige Abrollen der Papierbahn ein konstanter Druckvorgang stattfindet, ohne lästige Unterbrechung oder zusätzliche Arbeitsschritte. Zudem sind bei diesen Maschinen am Ende meist noch Falzapparate angeschlossen, die das Papier noch in die gewünschte Form falten, was ebenfalls viel Zeit spart.

Rollendruck Tintenpatronen

Sind Tintenpatronen eine Alternative zu Rollendruck und Bogendruck? Nein. (c) iStock.com / SpeedPhoto

Von der Druckqualität sind beide Druckverfahren gleich hochwertig, denn das Verfahren an sich ist hier immer das gleiche, nämlich der Offsetdruck. Dabei wird die Druckfarbe erst auf ein Gummituch übertragen und dann auf das Papier abgegeben, somit handelt es sich um indirektes Druckverfahren. Das hat den Vorteil, dass man das Papier so wenig wie möglich belastet und somit sowohl die Druckvorlage als auch das Papier schont. Außerdem lassen sich verschiedene Papiersorten zum Einsatz bringen, da sich das Gummituch gut an unterschiedlich rauen Oberflächen anpasst.

Die Nachteile des Rollendruckes sind:

  • Man kann nur bestimmte Papierformate drucken, da die Druckmaschine nur auf eine Papierrollengröße einstellbar ist.
  • Die Kostenbelastung bei kleineren Druckvorgängen ist schon enorm, sodass sich eigentlich eher größere Auflagen wirklich rechnen.

Denn so eine kompakte Druckmaschine mit Falzapparat ist in der Anschaffung nicht gerade günstig, sodass hohe Investitionen auf eine Druckerei zukommen. Noch dazu handelt es sich um einen riesigen Druckturm, der sich nicht so einfach in einen kleineren Laden deponieren lässt.

Doch die Druckgeschwindigkeit und die Zeitersparnis machen den Rollendruck zu einem attraktiven Druckverfahren, welches nicht umsonst am häufigsten vor allem bei der Zeitungsproduktion zum Einsatz kommt!

Entscheidend ist dann noch, welche Papierqualität verwendet wird. Es gibt spezielle für Offset geeignete Papiere z.B. bei Papierex. Denn es existieren verschiedene Papieroberflächen, die sich in ihrer Beschaffenheit unterscheiden und je nach Druckverfahren ein optimales Ergebnis versprechen. Deshalb gilt es, nicht ausschließlich in den Druck an sich, sondern ebenfalls in das zu bedruckende Papier zu investieren.

Bei Fragen zu diesem Theme stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung!

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